VALENTIN ELIAS RENNER
Valentin Elias Renner wendet sich einem Medium zu, das tief in der Geschichte des Kunsthandwerks verwurzelt ist. Die Technik der String Art, deren Ursprünge im Bereich dekorativer Textilarbeit und mathematischer Lehrmittel liegen, war lange Zeit an den Rand der bildenden Kunst verbannt. Renner entzieht sie dieser Nische und führt sie in einen Dialog mit der Tradition moderner Abstraktion. Seine Arbeiten treten damit in jene Linie künstlerischer Erkundungen, die das Verhältnis von Ordnung und Ausdruck ausloten.
Die Kombination aus Faden, Nagel und Holzträger verwandelt sich zu einem System, das sich jeder reinen Dekoration entzieht. Die vorwiegend flächigen Gefüge, in denen sich Linien wie Schichten oder geologische Sedimente verdichten, erzeugen ein Spannungsverhältnis zwischen Ruhe und Bewegung. Der Blick, der die Oberflächen abtastet, fängt die Dynamik der Werke auf: Sie verschieben sich, überlagern, atmen. Der Moiré-Effekt, der bei der Überlagerung von Strukturen und einer Veränderung des Blickwinkels entsteht, verleiht den Werken jene unerwartete Tiefe, die an Reliefkunst erinnert. Die Arbeiten haben eine skulpturale Qualität, die sich im Raum entfaltet.